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Bürgerwehr der Stadt Bretten

Bürgerwehr der Stadt Bretten

Kommandant:

Oberst Rudolf Heß, Landeskommandant des Landesverbandes der Bürgerwehren u. Milizen Baden-Südhessen.

 

Am 20. Januar 1824 genehmigte und verlieh Großherzog Ludwig zu Baden die "Statuten für das uniformierte Bürger Militair zu Fuß in Bretten". Die Uniformierung der Bürgerwehr ist napoleonischen Ursprungs und basiert auf den damaligen Vorschriften: Dunkelgrüner Rock im Frackschnitt mit ziegelrotem Kragen, ziegelroten Ärmelaufschlägen und Schoßumschlägen sowie silbernen Knöpfen, weiße Leinenhose, schwarzer Tschako mit blau-weißer Huppe (Infanterie und Artillerie) bzw. rot-weißer Huppe (Musiker), dazu weiße Fangschnur, weißes Lederzeug, weiße Handschuhe sowie schwarze Schuhe.

 

Die Bewaffnung der Wehr besteht aus der Muskete Modell 1777 (Vorderlader) aptiert auf Perkussion Kaliber .69 mit Oberndorfer Hahn und Dreikantbajonett sowie Ordonanzsäbeln Modell 1824/52 mit Lederscheide und Portepee. Die Offiziere tragen Degen.

 

Dieter Petri

In der Au

75015 Bretten-Rinklingen

www.buergerwehr-bretten.de


Die Ausschüssler

Die Ausschüssler

Die "Ausschüsser" oder "Ausschüssler" sind die auf Befehl des Landesherren ausgemusterten Wehrfähigen, die "ausrückungspflichtig" sind . Es war auch in den Städten die allgemeine Bürgerpflicht, sich eine Waffe anzulegen und der städtischen Obrigkeit und dem Rat für innere Sicherheit und Ordnung für Wach- und Streifendienste zur Stadtverteidigung gegen Angriffe von außen zur Verfügung zu stehen. Außer den städtischen Pflichten waren die Bürger auch noch dem Landesherren zu Kriegsdiensten verpflichtet. In der Kurpfalz waren seit dem 15. Jahrhundert regelmäßige Musterungen eingeführt worden, zu denen alljährlich alle wehrfähigen Männer einberufen wurden. In Friedenszeiten wurden die Ausschüsser zu ortsbügerlichen Pflichten angehalten, die Obrigkeit war sehr darauf bedacht, daß die Ausschußmannschaft und alle wehrfähigen Bürger im Gebrauch der Waffe geübt waren. Der Landesausschuß sollte ja im Kriegsfall zur Verfügung stehen.

 

In Friedenszeiten waren die Grenzen zwischen Landesausschuß und Bürgerwehr (Wehr der Bürger) öfters verwischt. Das Ziel bei diesem Landesausschuß war die Zusammenfassung der Bürgerschaft zur Bewachung und Verteidigung ihres Stadt- und Dorfgebietes. Es war auch eine obligatorische Verpflichtung, dem Aufgebot des Landesherren zur Heeresfolge in Kriegszeiten nachzukommen. Dieses "Ausschuß- Schießen" war eine von den Behörden verlangte Übung, an der alle wehrfähigen Männer teilzunehmen hatten, was diese im übrigen gerne taten. Diese Teilnahme gehörte demnach auch in Bretten zur "Wehrhaftigkeit" der Bürger. Ein Eintrag im Stadtgerichtsprotokoll Bretten vom 3. Juli 1745 kann als Nachweis gelten ,daß dieses "Ausschuß-Schießen" "um die Mitte des 18. Jahrhunderts" in der Stadt Bretten abgehalten wurde.

 

Ausschuessler@alt-brettheim.de


Die historische Gruppe des Schützenvereins Bretten

Die historische Gruppe des Schützenvereins Bretten

Der Schieß- bzw. Festplatz der Stadt Bretten war schon im 16. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauern angesiedelt. Das Gelände lag rechts des Saalbachs Richtung Rinklingen vor dem Gottesackertor – heute ungefähr zwischen Kaiserdenkmal und Handelshof. Man zog in einem Festzug mit genau festgelegter Aufstellung vor die Stadt, um auf dem Festgelände das Frei- und anschließende Gabenschießen abzuhalten.

 

Der noch existierende Programmzettel zum Peter-und-Paul-Fest 1845 enthält unter anderem die Ordnung des Bürgerausmarsches zum Schießplatz. Diese Ausmarschordnung bildet die Grundlage für die historische Gruppe des Kleinkaliberschützenvereins, sich an die Tradition der Schützenfeste aus vergangener Zeit zu erinnern.

 

Seit mittlerweile 17 Jahren nimmt sie am Umzug des Peter-und-Paul-Fests in dieser beschriebenen Aufstellung teil und umrahmt somit den jährlichen Schützen- und Jungschützenkönig. Die Gewänder wurden nach historischen Vorbildern von der Gewandmacherei der Vereinigung Alt-Brettheim entworfen. Zur Zeit besteht die Gruppe aus 21 Vereinsmitgliedern. Zimmerleute, Bürger und Bürgerinnen in Gewändern, die der Kleidung um die Mitte des 19. Jahrhunderts nachempfunden sein werden, sollen in Zukunft diese Festgruppe erweitern.

 

Jürgen Eckert
Kopernikusweg 22
75015 Bretten